Der September verwöhnt uns im Säuliamt oft mit traumhaften Spätsommertagen. Dorffeste, Vereinsmeisterschaften, Herbstmärkte und die letzten Open-Airs locken die Menschen noch einmal in Scharen nach draussen. Man geniesst ein kühles Getränk, isst eine Bratwurst vom Grill und geniesst die Geselligkeit.
Doch im Hintergrund summt eine Gefahr, die im September ihren absoluten Jahreshöhepunkt erreicht: Wespen.
Für das Rescue Team Albis gehören Insektenstiche und die gefürchteten allergischen Reaktionen zu den häufigsten Einsatzgründen im Spätsommer. Warum diese scheinbar kleinen Plagegeister im September so gefährlich werden können und wie wir uns darauf vorbereiten, erfährst du in diesem Beitrag.
Warum ausgerechnet der September die „Wespen-Zeit“ ist
Im Spätsommer verändert sich das Verhalten der Wespenvölker drastisch. Die Brut im Nest ist weitgehend herangewachsen, weshalb die Arbeiterinnen keine Proteine (andere Insekten) mehr für die Larven beschaffen müssen. Stattdessen suchen sie nun vor allem Zucker für sich selbst, um zu überleben.
Süssgetränke, Bier, Kuchen, Früchte oder Fleisch auf Volksfesten sind für die hungrigen Insekten ein gefundenes Fressen. Da die Wespen auf ihrer Nahrungssuche im Spätsommer zudem deutlich hartnäckiger und aggressiver werden, steigt die Zahl der Stiche im September rasant an.
Die unsichtbare Gefahr: Allergische Reaktionen und Anaphylaxie
Für die meisten Menschen ist ein Wespenstich zwar schmerzhaft und unangenehm, aber im Normalfall harmlos. Für Allergikerinnen und Allergiker hingegen kann ein einziger Stich innerhalb weniger Minuten lebensbedrohlich werden.
Kommt es zu einer schweren allergischen Reaktion – einem sogenannten anaphylaktischen Schock –, zählt jede Sekunde:
- Die Symptome erkennen: Typische Warnsignale sind Atemnot, Schwellungen im Gesicht und Halsbereich, stark juckender Hautausschlag (Nesselsucht) am ganzen Körper, Schwindel, Übelkeit bis hin zum Kreislaufkollaps.
- Unsere Intervention vor Ort: Als Sanitätsdienst sind wir sofort zur Stelle. Wir lagern die betroffene Person optimal (bei Atemnot mit erhöhtem Oberkörper, bei Kreislaufschwäche in Schocklagerung), kühlen die Einstichstelle professionell und leiten bei Bedarf sofort den Notruf (144) ein.
- Unterstützung im Ernstfall: Hat der Patient ein eigenes verordnetes Notfallset (z. B. einen Adrenalin-Autoinjektor wie den EpiPen) dabei, unterstützen wir ihn fachgerecht bei der Anwendung, um den Kreislauf zu stabilisieren, bis der Notarzt eintrifft.
Oft unterschätzt: Die Spätsommer-Hitze
Ein weiteres Phänomen im September ist, dass viele Besucherinnen und Besucher die Intensität der Sonne unterschätzen. Weil im Kalender bereits „Herbst“ steht, wird oft deutlich weniger Wasser getrunken als im Hochsommer.
Die Kombination aus warmen Temperaturen, Alkohol an Festen, körperlicher Aktivität und mangelnder Flüssigkeitszufuhr führt regelmässig zu plötzlichen Kreislaufzusammenbrüchen (Dehydration und Hitzekollaps). Unser Sanitätsposten wird dann schnell zur dringend benötigten Ruheoase, in der wir Patientinnen und Patienten im Schatten betreuen, Vitalwerte überwachen und sie schonend wieder akklimatisieren.
Wie wir als Rescue Team Albis vorsorgen
Ein professioneller Sanitätsdienst zeichnet sich dadurch aus, dass er auf diese saisonalen Besonderheiten vorbereitet ist. Bei unseren September-Einsätzen im Säuliamt achten wir besonders auf:
- Spezifische Ausrüstung: Unsere Notfallrucksäcke sind im September lückenlos mit kühlenden Gels, Eisbeuteln und Desinfektionsmitteln bestückt.
- Strategische Platzierung: Wir planen unsere Sanitätsposten im Schatten ein, um hitzegeplagten Gästen sofort eine kühle Rückzugsmöglichkeit zu bieten.
- Prävention vor Ort: Wir arbeiten eng mit den Standbetreibern zusammen und sensibilisieren sie darauf, Getränke abzudecken und Abfalleimer geschlossen zu halten, um das Risiko von gefährlichen Stichen im Mund-Rachen-Raum von vornherein zu minimieren.
Fazit
Der Spätsommer im Säuliamt soll ein Genuss sein. Damit das auch so bleibt, hält das Rescue Team Albis im Hintergrund die Augen offen. Wir sorgen dafür, dass aus einem unglücklichen Wespenstich oder einem kleinen Schwindelgefühl kein grosses Drama wird.
Planst du ein Fest im September oder möchtest du selbst lernen, wie man bei allergischen Reaktionen im Alltag sofort richtig reagiert?
- Für Veranstalter: Lass uns gemeinsam dafür sorgen, dass dein Event sicher bleibt. Kontaktiere uns für ein unverbindliches, professionelles Sanitätskonzept!
- Für dich: Suchst du eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung? Komm an eine unserer nächsten Übungen und lerne lebensrettende Sofortmassnahmen. Wir freuen uns auf dich!
👉 Mehr Infos findest du auf unserer Website: rtalbis.ch/news-und-aktuelles/
📖 Quellen & Richtlinien
- Allergiezentrum Schweiz (aha!): Merkblatt Insektengiftallergie.
- Interverband für Rettungswesen (IVR): Richtlinien für die sanitätsdienstliche Betreuung von Veranstaltungen.
- Bundesamt für Gesundheit (BAG): Verhaltensempfehlungen bei Hitzewellen und Spätsommer-Hitze.


